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Wie liegen Sie richtig?
4 Fragen an Dr. Florian Heidinger vom Ergonomie Institut München (EIM)
Welche Anforderungen sollte eine Matratze erfüllen, damit der Rücken entlastet wird?
Das oberste Gestaltungsprinzip aus unserer Sicht ist die Elastizität. Es bedeutet, dass eine Matratze keine harten Elemente enthalten soll. Dies betrifft das Kernmaterial ebenso wie den Bezugsstoff. Steife und unflexible Elemente beeinträchtigen das Anpassungs- und das Stützverhalten einer Matratze, was der Qualität der Körperlagerung eher schadet. Das kann bei Naturmatratzen problematisch sein, denn biologische Materialien wie Rosshaar oder Kokos reagieren oft wenig elastisch. Doch auch die Funktion des Bezugs wird oft unterschätzt. Ist der Stoff zu steif oder zu eng gespannt, kann er den elastischen Anteil des Kernmaterials beeinträchtigen. Auch wenn der Kern gute elastische Eigenschaften besitzt, kann ein zu steifer Bezug dieses Potenzial abschwächen.
Was verstehen Sie unter Elastizität?
Es gibt drei unterschiedliche Merkmale: Erstens die Federelastizität. Sie bezeichnet den Härtegrad einer Matratze in den einzelnen Liegezonen, der sich an die Konturen des Körpers anpassen soll. Grundsätzlich gilt: Je größer und schwerer der Mensch, desto härter soll die Matratze sein. Die Biegeelastizität ist wichtig im Zusammenspiel mit dem Lattenrost. Sie sorgt dafür, dass die Matratze die Wirkung des Lattenrostes auf den Menschen überträgt, je stärker, desto besser. Gute Punktelastizität der Matratzenoberfläche verringert dagegen den Druck auf die Körperoberfläche. Mangelnde Punktelastizität belastet das Gewebe und schränkt die Durchblutung ein, was die Regeneration der Zellen erschwert.
Ein guter Lattenrost ergänzt die elastischen Funktionen einer Matratze. Er sollte im Oberkörperbereich über Einstellmöglichkeiten der Leistenhärten verfügen. So kann die Stützwirkung an die individuellen Gegebenheiten des Schläfers angepasst werden.
Welche Schlafposition ist für den Rücken die beste?
Wirklich problematisch ist die Bauchlage, da in dieser Lage die Halswirbelsäule verdreht wird, was Fehlbelastungen und Verspannungen im Nacken provozieren kann. Auch das beste Liegesystem ist nicht in der Lage, in dieser Position optimal zu stützen. Oft zeigt sich jedoch, dass Bauchschläfer auf zu harten Matratzen liegen. Bei diesen ist ihnen die Seitenlage zu unbequem, da Schulter- und Beckenzone nicht genug einsinken können. Dann dreht sich der Mensch aus der Not heraus auf den Bauch. Bietet man aber dem Bauchschläfer eine elastisch reagierende Matratze mit guter Einsinkmöglichkeit für Schulter- und Beckenpartie an, wendet er sich oft von selbst auf die Seite. Grundsätzlich unproblematisch ist die Rückenlage. Ein gutes Schlafsystem gewährleistet hier eine entspannte Lagerung der Wirbelsäule in ihrer natürlichen Doppel-S-Kontur.
Was können wir tagsüber tun, um den Rücken zu entlasten?
Studien zeigen, dass wir nur etwa 18 Prozent der Jahresstunden am Arbeitsplatz verbringen. Viel mehr Zeit, nämlich 30 bis 35 Prozent, verbringen wir im Bett. Neben dem Liegen zählt also auch das Sitzen zu den wichtigsten Körperhaltungen, da wir zunehmend Bürotätigkeiten ausüben. Das kann problematisch sein, denn falsches Sitzen führt längerfristig zu Beschwerden. Man sollte besonders darauf achten, dass man eine eher aufrechte Sitzhaltung einnimmt und nicht über längere Zeit in einer Rundrückenhaltung sitzt. Diese Sitzhaltung benötigt weniger Muskelarbeit und man empfindet sie subjektiv als bequemer. Objektiv aber werden die Bandscheiben im Lendenwirbelbereich - vergleichbar einem Nussknacker - ungleichmäßig belastet. Ein guter Stuhl unterstützt die aufrechte Sitzhaltung. Wichtig ist, dass wir selbst darauf achten, aufrecht zu sitzen. Für die Gesundheit unseres Rückens sind tagsüber das richtige Sitzen und viel Bewegung genauso wichtig wie das entspannte Liegen in der Nacht.

